Hilfsqueue

Aus Snookerpedia
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Ein Hilfsqueue ist praktisch als "verlängerster Arm" eines Spielers aufzufassen. Es handelt sich dabei um einen dem eigentlichen Queue ähnlichen Holzstab von ca. 145 cm Länge, an dessen oberem Ende eine Ablage (meist aus Messing) befestigt ist. Über diese Ablage wird das Queue geführt; folglich ersetzt diese Ablage die Bockhand des Spielers.

Verwendet werden Hilfsqueues immer dann, wenn man den Spielball nicht oder nur schwer aus der gewohnten Haltung heraus spielen kann, also wenn man z.B. grosse Entfernungen zum Spielball überbrücken muss. Spezielle Hilfsqueues kommen zur Anwendung, wenn man aus grösserer Distanz über andere Bälle spielen muss.

Die Hilfsqueues gehören zur Standard- Ausstattung jedes Snookertisches. Sie werden an Haken unterhalb der Spielfläche aufbewahrt, so dass sie während eines Frames jederzeit zugänglich sind.

Da der Snookertisch recht gross ist, kommt man immer wieder in Situationen, in denen man auf ein Hilfsqueue zurückgreifen muss, will man einen korrekten Stoss ausführen. Daher verzichtet der Snookerspieler in der Regel auf abschätzige Bezeichnungen (Oma, Krücke, ... ) für dieses Gerät, wie sie in anderen Billard- Disziplinen (z.B. Pool) üblich sind. Es dürfte selbstverständlich sein, dass man das Spielen mit dem Hilfsqueue trainieren sollte, will man in halbwegs brauchbarer Qualität Snooker spielen. Ob der Grösse des Tisches wird man um dieses Hilfsmittel nicht herumkommen. Für das Spiel mit dem Hilfsqueue ist eine von "normalen" Stoss abweichende Technik erforderlich. Auch diese sollte man verinnerlichen.

Es gibt etliche Arten von Hilfsqueues für mehr oder weniger spezielle Anwendungen. Diese unterscheiden sich lediglich durch die Art der am Stab angebrachten Auflage. Die gebräuchlichsten Formen werden nun beschrieben:


Inhaltsverzeichnis

Das Kreuz (auch "X" genannt)

Das Kreuz ist die gebräuchlichste Form des Hilfsqueues. Die Ablage ist X- Förmig. Hier wird das Queue durch die Kreuzungsmulde der X- Form geführt. Da der Kreuzwinkel nicht 90° beträgt, kann man die Anspielhöhe variieren - je nachdem, wie man die Ablage dreht. Das Kreuz ist das am einfachsen zu handhabende Hilfsqueue und ist für die meisten Stösse aus grösserer Distanz geeignet.


Die "Spinne" (engl.: spider)

Die Ablage dieses Hilfsqueues besteht aus zwei Messingfüssen, die über einen Bogen miteinander verbunden sind. Auf diesem Bogen befinden sich drei bis fünf Mulden, die als Ablagen für das Queue fungieren. Die Füsse bestimmen die Höhe, in der sich die Ablagen befinden. Ist die "Spinne" niedrig, so dient sie demselben Zweck wie das Kreuz, ist allerdings etwas schwerer zu handhaben. Höhere "Spinnen" kommen dann zum Einsatz, wenn man über störende Bälle hinwegspielen muss. Dabei besteht allerdings das Problem (wie beim Spiel über andere Bälle allgemein), dass man recht steil in den Spielball stösst und damit weniger Möglichkeiten zur Ballkontrolle hat.


Der "Schwanenhals"

Diese Hilfsqueueform dient speziell dem Überspielen störender Bälle, ähnlich der hohen "Spinne". Allerdings erfordert der Umgang mit dem "Schwanenhals" noch mehr Feingefühl, da man zum einen sehr steil in den Ball stösst und zum anderen das Gerät anfällig für Abrutscher des Queus aus der Ablage ist. Der "Schwanenhals" hat ebenfalls zwei Füsse, über die ein Bogen gespannt ist. Von der Mitte des Bogens geht ein am Vorderende gegabelter Stab aus. In dieser Gabel wird das Queue geführt.


Sonstige Formen

Es gibt etliche weitere Formen von Hilfsqueues, die allerdings in ihren Anwendungen zumeist beschränkter sind und daher kaum eine Rolle spielen. Erwähnenswert ist noch, dass es neben den normalen, ca. 145 cm langen Hilfsqueues auch solche mit verlängertem Holzstab (bis 220 cm) gibt. Diese langen Brücken sind für die Überwindung besonders grosser Distanzen nützlich. In jüngerer Zeit geht man allerdings mehr dazu über, das normal lange Hilfsqueue am Unterende mit einem Gewinde auszustatten, auf das man bei Bedarf eine Teleskopferlängerung Extension)aufschrauben kann.