Shot to nothing

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Als "Shot to nothing" (deutsch etwa "Spiel auf nichts") bezeichnet man die Ausführung eines Stoßes, bei dem der Objektball zwar versenkt werden soll (im Gegensatz zur Safety), der Spielball aber nicht dahingehend kontrolliert wird, dass er nach einem erfolgreichen Pot Stellung auf den nächsten Ball bietet. Der Shot to nothing gehört zum taktischen Standardrepartoire eines jeden geübten Snookerspielers, stellt praktisch eine Kombination aus einem offensiven Einsteiger und einer defensiven Safety dar und kommt immer dann zum Einsatz, wenn ein Pot zwar möglich, aber nicht einfach ist.


Taktische Überlegungen

Man stelle sich folgende Situation am Tisch vor: Der Spieler kommt an den Tisch. Zwar ist er nicht gesnookert, und er hat auch die Möglichkeit, einen Ball ON (in diesem Fall fast immer eine Rote - ausser beim Endspiel auf die Farben) zu potten und somit in ein mögliches Break einzusteigen. Allerdings stehen die Chancen auf einen erfolgreichen Pot nicht allzu gut.

Nun hat der Spieler drei Möglichkeiten: 1. Er spielt offensiv, versucht den Pot mit anschließender, guter Position auf eine Farbe. Sollte sein Einstieg aber scheitern, so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sein Gegner eine günstige Ausgangssituation für einen eigenen Einstieg vorfindet. 2. Er spielt eine Safety. Hier umgeht er das Risiko, das er beim Offensivspiel eingehen würde; allerdings lässt er die Chance zu einem Punktgewinn und einer möglichen Fortsetzung aus. 3. Er spielt einen Shot to nothing. Wie oben beschrieben, versucht er damit den Pot. Der Unterschied zum rein offensiven Spiel ist nun, dass man nicht darauf achtet, Position auf eine bestimmte Farbe zu erlangen. Stattdessen spielt man den Spielball lang, um ihn nach Möglichkeit weit vom Ball ON wegzubewegen. (z.B.: Rote Bälle zwischen Schwarz und Pink: Der Spielball sollte nach einem Shot to nothing auf Rot idealerweise in den Baulkbereich zurücklaufen.)

Nach einem Shot to nothing sind nun zwei Szenarien denkbar: 1. Man hat den Ball ON erfolgreich gepottet. Dann kann man sich die Situation bezüglich der als nächstes zu spielenden Bälle anschauen und - wenn eine günstige Position besteht - weitere Punkte machen. Hat man keine günstige Position, kann man immerhin kontrolliert aussteigen und im Idealfall dem Gegner einen Snooker hinterlassen. 2. Man hat den Ball ON nicht gepottet. Dann hat man wenigstens die Gweissheit, dass man dem Gegner auch kein leichtes Bild am Tisch hinterlassen hat. (Vorausgesetzt natürlich, alles lief optimal.)

Daraus folgt: Der Shot to nothing kann als ein "offensiver Stoß mit anschließender Safety" bezeichnet werden und lässt dem Spieler mehr Optionen in Bezug auf die taktische Gestaltung seines Spiels.