Snooker
Snooker - gesnookert
Als Snooker bezeichnet man die Situation, wenn ein direkter Stoß in gerader Linie auf jeden Ball ON von mindestens einem Ball, der nicht ON ist, ganz oder teilweise verhindert wird, d. h. dass weitere Bälle, die nicht ON sind, zwischen dem Spielball und der Weißen liegen. Mindestens ein Ball ON muss auf beiden Seiten voll, d.h. sowohl links als auch rechts so dünn wie möglich anspielbar sein. Wird er teilweise verdeckt, kann der Spieler ihn zwar regelgerecht auf direktem Wege treffen, jedoch nicht an einem beliebigen Punkt und ist somit in seinem Spiel eingeschränkt - damit ist es ein Snooker. Die genaue Definition des Snookers ist maßgeblich für die Entscheidung auf Free Ball (s. u.).
Man sagt, ein hinten liegender Spieler benötigt Snooker, wenn für ihn nicht mehr genügend Punkte auf dem Tisch liegen, um die Führung des Gegners auszugleichen. In diesem Fall benötigt er Zusatzpunkte aus Fouls des Führenden. Streng genommen ist ein Aufholen auch ohne Snooker möglich - durch versehentliche Fouls; solche sind aber eher unwahrscheinlich.
Snooker - der Sport
Snooker ist eine Variante des Billardspiels, welche mit speziellen Snookerqueues auf einem 12-Fuß-Tisch mit sechs Taschen gespielt wird. Das Spielprinzip besteht darin, 15 rote und sechs andersfarbige Bälle („die Farben“) mit dem weißen Spielball nach bestimmten Regeln in die Taschen zu versenken.
Der Name Snooker bezieht sich auf eine „Snooker“ genannte Spielsituation, in welcher ein Spieler einen Ball, den er laut Regeln anspielen müsste, nicht auf direktem Wege in vollem Umfang anspielen kann und so zu einer schwierigeren Lösung gezwungen ist (er wurde gesnookert). Das Wort snooker hat aus dieser Bedeutung heraus auch im übertragenen Sinne Eingang in die englische Sprache gefunden (to snooker somebody: „jemanden sperren, behindern“).
Snooker ist gegenüber Poolbillard durch einen höheren technischen Schwierigkeitsgrad sowie durch größere Anforderungen an die spieltaktischen Fähigkeiten der Spieler geprägt. Die höhere technische Schwierigkeit ergibt sich hauptsächlich aus der im Vergleich zu anderen Billardvarianten größeren Fläche des Spieltisches, aus dem kleineren Durchmesser der Kugeln und daraus, dass die Taschen weiter in die Banden eingezogen und enger sind als etwa beim Poolbillard. Das abwechselnde Anspielen von roten und nichtroten Bällen und das angestrebte Spiel auf den höchstwertigen (schwarzen) Ball erfordert darüber hinaus ein hohes Maß an Kontrolle über den weißen Spielball.
Snooker gilt als „gentlemen’s sport“, da beim Snooker noch etwas mehr als bei anderen Billardvarianten auf Stil, Contenance und die Einhaltung der Etikette Wert gelegt wird. Bei den meisten großen Turnieren ist zudem förmliche Kleidung mit Hemd, Weste und Fliege vorgeschrieben (dresscode).
Vor allem in Großbritannien, Irland und in einigen Ländern des Commonwealth hat Snooker einen hohen gesellschaftlichen Stellenwert. Erfolgreiche Snookerspieler besitzen dort den Status von Stars oder gelten fast als Nationalhelden wie zum Beispiel Ken Doherty in Irland oder James Wattana in Thailand. Die meisten der Profi-Snookerspieler stammen dieser Tradition entsprechend aus England, Schottland, Wales, Nordirland und Irland. Die bedeutendsten Turniere sind mit bis zu mehreren Millionen Euro dotiert und werden von den Fernsehanstalten BBC, Sky Digital und Eurosport live übertragen.
In Deutschland kann Snooker mit ca. 4.000 im Verein organisierten Spielern eher als Randsportart bezeichnet werden (zum Vergleich: Großbritannien ca. 6 Millionen). Snooker wird jedoch auch in Deutschland immer populärer, nicht zuletzt durch faszinierende Arbeit des Snooker-Kommentators Rolf Kalb von Eurosport.